Review: Elephant White

© Hollywood Pictures

Davids Meinung:

Curtie Church (Djimon Hounsou) tötet für Geld, aber auch für eine gute Sache, wenn es sich nebenbei erledigen lässt. Church ist dabei einer dieser perfekt ausgebildeten, hochpräzisen, dabei dennoch anonymen Killer mit Herz und Gewissen, von denen uns Hollywood nur zu gerne erzählt.
Elephant White startet mit einem größeren Auftrag für Church in Thailand, wo er ein paar Gangster (Drogen, Menschenhandel, Zwangsprostitution; Standardrepertoire bei Film-Gangstern in Thailand) tötet, um zwei Gangs gegeneinander auszuspielen, alles im Auftrag des geheimnisvollen Rajahdon, der vorgibt, den Tod seiner Tochter rächen zu wollen. Die 14-jährige Prostituierte Mae beobachtet Church bei der Tat und folgt ihm bis in sein Versteck in einem Kloster. Gemeinsam mit dem jungen Mädchen, das die Machenschaften der Gangster am eigenen Leib gespürt hat, zieht Church in den Krieg, um sämtliche Mädchen aus den Händen der Schurken zu befreien. Unterstützung bekommt er dabei von dem Nachtclub-Besitzer Jimmy the Brit (Kevin Bacon mit komischem Akzent, der wohl britisch klingen soll), den er von früher kennt und der ihn mit Waffen in jeder Größenordnung versorgen kann.
Während er links und rechts Bösewichte niedermetzelt, wird er nachts von verstörenden Träumen verfolgt, geschürt von seinen Wunden, den Gesängen der Mönche und dem spirituellen Gerede der jungen Mae, die von den Mönchen großgezogen wurde. Realität und Fantasie verschwimmen und der eiskalte Killer beginnt, an seinem Verstand zu zweifeln.

Elephant White möchte gerne so vieles sein: knallharter Actionfilm, gesellschaftskritisches Drama und eine Prise Mystery kommt auch noch in den Topf. Wirklich funktionieren kann aber nur der Action-Part, bei Ong-Bak/Tom-Yum-Goong-Regisseur Prachya Pinkaew. Und tatsächlich sieht man in den Kämpfen – es wird nicht nur geschossen – viel Ähnlichkeit zu Ong Bak. Aber Djimon Hounsou ist kein Tony Jaa und so bleiben die Schusswechsel das Zentrum der Action. Und die sind durchweg ausgezeichnet inszeniert.
Da hört es dann aber leider schon auf, die Botschaft geht irgendwo auf dem Weg zwischen explodierenden Körpern verloren und die übersinnliche Plotwendung fühlt sich einfach nur absolut deplatziert an und ist so kreativ wie eine von Homer Simpson erzählte Horror-Geschichte. Wenn ihr die Folge kennt, auf die ich anspiele, habe ich euch jetzt gespoilert, sorry. Mir selbst fällt leider nicht mehr ein, wo genau das vorkam.

Elephant White ist eine Mischung aus den Martial Arts-Filmen, die thailändische Filme in den letzten Jahren wieder auf die große Leinwand gebracht haben, und einem amerikanischen Action-Thriller. Schauspieler und Story sind natürlich besser als in einem Ong Bak, dafür kann die Choreographie offensichtlich nicht mithalten. Als Zuschauer wünscht man sich, der Film würde sich für eine Seite entscheiden. Ich persönlich hätte einen hirnlosen Martial Arts-Streifen mit Explosionen, Schießereien und einer guten Prise Muay Thai dem kläglichen Versuch, eine gute Story zu erzählen und dabei auf gesellschaftliche Missstände hinzuweisen, vorgezogen.

Release: 21.10.2011 (DVD & Blu-ray)
Verleih: Hollywood Pictures/Koch Media Home Entertainment

Bewertung: ★★☆☆☆ 

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About David

Filmbegeistert war ich schon mein Leben lang, damals war es weniger das (teure) Kino, vielmehr wurde das konsumiert, was im TV lief. Erst die wöchentlichen Sneak-Besuche haben mich einerseits zu einem wahren Filmfreak und gleichzeitig zum Filmsammler werden lassen. Da ich immer wieder nach meiner Meinung zu aktuellen Filmen gefragt wurde lag die Idee, das für alle sichtbar in einem Blog zu schreiben, nicht fern. Das war irgendwann 2006, noch im Privatblog. Danach folgte ein kleines Filmblog, bis dann schließlich Deus X Cinema entstand. Außerdem schreibe ich seit 2009 auf Zockwork Orange über meine zweite Leidenschaft, die Videospiele. Fragen zu Lieblingsfilmen beantworte ich nur ungerne, müsste ich welche nennen, würde ich neben den offensichtlichen wie Der Pate, Lord of the Rings und Star Wars noch Matrix, Four Rooms und Watchmen nennen.

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