Titel: Illuminati
Deutscher Titel: Angels & Demons
Genre: Mystery, Thriller
Regie: Ron Howard
Drehbuch: Dan Brown (Romanvorlage), David Koepp, Akiva Goldsman
Darsteller: Tom Hanks, Ewan McGregor, Ayelet Zurer, Stellan Skarsgård, Pierfrancesco Favino, Nikolaj Lie Kaas, Armin Mueller-Stahl
Im Handel ab: bereits erschienen
Erst letztens war ich (mal wieder) in Rom und als wir so über den (die?) Piazza Navona schlenderten, kam die Diskussion auf, ob im Film Illuminati da wirklich der Typ reingeschmissen wird, oder ob das ein anderer Brunnen war. Also ab nach Hause, DVD rein (die ich eigentlich vorher angeschaut haben wollte) und überprüft, ob Dan Brown wirklich jemanden in dem 30cm tiefen Brunnen hatte ertrinken lassen wollen. Tatsächlich soll es die “Fontana dei quattro Fiumi” gewesen sein, die im Film aber viel tiefer ist, als in echt. So viel zu Dan Browns Recherche…
Illuminati erzählt die Geschichte der bösen Illuminaten (einer Geheimorganisation aus der Schweiz, die in echt gerade mal neun Jahre bestand), die im LHC (Large Hadron Collider) bei Cern böse Antimaterie stehlen um damit noch etwas viel böseres zu machen.
Der Papst ist tot und die Konklave beginnt. Blöd nur, dass die vier Preferiti (angebliche, vom vorherigen Papst bestimmte, Nachfolger) entführt wurden und die Illuminati eine Antimateriebombe (i.e. einfach nur Antimaterie) irgendwo im Vatikan versteckt haben. Da kann nur einer helfen: Robert Langdon to the rescue. Weibliche Begleitung braucht er natürlich auch wieder, da kommt die Assistentin des Antimaterie-Wissenschaftlers (im Buch dessen Adoptivtochter) gerade recht.
Zusammen mit der Schweizergarde (ich musste immer kichern, wenn die gesprochen haben) macht Langdon sich nun auf den Weg, die Kirche der Illuminati zu finden, denn auf dem Pfad zu eben dieser wird regelmäßig einer der Kardinäle getötet und dem möchte man natürlich zuvorkommen. Und ganz nebenbei noch den Standort der Antimaterie herausfinden. Die ist nämlich nur dann gefährlich, wenn das Suspension Field (sorry, ihr wisst ja, ich gucke Filme nur auf Englisch, weiß also bei manchen Begriffen nicht, wie sie im Film auf Deutsch genannt wurden) nachlässt. Wenn rechtzeitig die Batterie des Behälters gewechselt wird, kann der Vatikan gerettet werden.
Wir haben hier also den klassischen Bösewicht-Plot. Die Bombe wird nicht sofort aktiviert, stattdessen gibt man dem Held die Gelegenheit, sie zu finden. Und die Kardinäle werden auch nicht direkt getötet und auch nicht an willkürlichen Orten, damit Langdon die Hinweise lösen und dem Mörder zuvorkommen kann. Aber das liegt an Browns Vorlage, die sicherlich spannend geschrieben, aber nicht weniger abstrus war.
Ich konnte mich an das Buch überhaupt nicht mehr erinnern, das Ende kam für mich trotzdem nicht sehr überraschend.
Außerdem hätte ich gerne eine realistischere Umsetzung gesehen. Zum Beispiel der Petersplatz. Der ist so leer und die Leute sind alle so nett und höflich, dass da jeder ohne Probleme durch kam und Hinweise auf dem Boden suchen konnte. Langdon und Vittoria konnten sich über mehrere Meter ohne Probleme unterhalten. Also ich war schon auf dem Petersplatz als kein Papst gewählt wurde, und da waren 10 Mal mehr Menschen. Und dann reden die Leute alle im CSI-Style miteinander, sprich: sie erzählen und fragen sich Sachen, die einfach jeder wissen muss, nur um dem Zuschauer was zu erklären. Mich stört das immer gewaltig. Den Anführer der Vatikanpolizei zu fragen, ob er wisse, wo die Kirche Santa Maria della Vittoria ist? Oder erzählen, dass Raffaels Grab im Pantheon ist. Jeder dumme Tourist weiß das.
Allgemein sind im Buch sowie im Film so viele Fehler, dass es teilweise einfach keinen Spaß macht. Als ich die Bücher Dan Browns früher zum ersten Mal las, hatte ich den Eindruck, da habe jemand richtig aufwändig recherchiert und sich aus echt vorhandenen Fakten eine Verschwörungstheorie zusammen gebastelt. Tatsächlich ist so vieles mit Gewalt zurechtgebogen und künstlich aufgebaut, dass es manchmal einfach nur noch nervt.
Ron Howards Inszenierung ist durchaus beeindruckend, einiges von den 150 Millionen Dollar Budget ist mit Sicherheit in die Nachbauten der ganzen Locations geflossen, für die er keine Filmerlaubnis erhalten hatte. Auch wenn ich mich kaum noch an Sakrileg erinnern kann, habe ich das Gefühl, die Inszenierung der beiden Filme ähnelt sich besonders gegen Ende hin stark. Ich kaufte die DVD eigentlich nur, weil ich ein bisschen Rom auf meinem Fernseher haben wollte. Rom-Freunde werden bei Illuminati allerdings nicht unbedingt auf ihre Kosten kommen. Die Musik von Hans Zimmer muss man eigentlich immer erwähnen, die war hier aber sehr dezent im Hintergrund. Mir ist auf jeden Fall der Soundtrack weder positiv noch negativ besonders aufgefallen, was bei Hans Zimmer eher ungewöhnlich ist.
Am Ende bleibt ein recht unterhaltsamer Verschwörungsthriller, der weder in der Story, noch in der Umsetzung oder bei den Schauspielern besonders hervorstechen kann.
DVD-Extras: neben Trailern und einem Special zu Ambigrammen gibt es noch ein Making-Of zum Buch. Nichts spannendes. Die DVD hat kein FSK-Wendecover.
5.5/10

Die Abweichung, die du am Anfang aufzählst kommt vielleicht daraus zustande das der Film nicht so ganz zum Buch passt. Ich weiß nicht ob die im Film den richtigen Brunnen zeigen, doch zeigen sie dort auch die falschen Polizeiwagen…im Buch sind es glaube ich Alfa Romeos und im Film Fiat Fahrzeuge.
Ferner weicht das Ende im Film von dem Ende im Buch massiv ab, wie ich fand.
Die Story wird da verändert, die Handlung wird verändert.