Review: Nurse Jackie – Staffel 1

Davids Meinung:

15-Stunden Tage im Krankenhaus, 2 kleine Kinder zu Hause… während Dr. House einfach nur drogenabhängig ist, sind Drogen für Nurse Jackie in erster Linie das einzige Mittel, wie sie ihre Tage mit zu wenig Schlaf und zu viel Stress überstehen kann. Während sie Job und Familie jongliert, muss sie noch für ein tägliches Schäferstündchen mit dem Pharmazeuten Eddie Zeit finden, schließlich ist er es, der ihr zu den Medikamenten verhilft, die sie täglich braucht. Dazu kommt noch die junge Krankenschwester Zoey, die Jackie unter ihre Fittiche nehmen soll und der tägliche Ärger mit den Ärzten, die sich selbst für Halbgötter in weiß halten, obwohl die Krankenschwestern die wahre Arbeit erledigen.

DVD-Cover © Universum Film GmbH

Nicht nur die Namen der Drogen (Vicodin scheint in den USA ja total angesagt zu sein, ich hab da vorher noch nie von gehört) lassen eine gewisse Ähnlichkeit zwischen Nurse Jackie und einem gewissen Dr. Gregory House erahnen. Trotzdem sind die beiden Serien sehr unterschiedlich. Ein Arzt auf der einen Seite, eine Krankenschwester auf der anderen. Der eine eher uninteressiert an den Patienten und sowieso an allen zwischenmenschlichen Beziehung, die andere offen, einfühlsam und mit Herz und Seele für ihre Patienten da. Dennoch fällt es schwer, hier die moralische Schiene anzuwenden. Nurse Jackie wird als Heilige bezeichnet, schimpft auf die Ärzte, für die die Schicksale der Patienten einfach nicht wichtig sind, ist aber andererseits auch ein Junkie und betrügt ihren Mann. Und wandert den schmalen Grat zwischen Affäre und Prostitution, denn sie scheint mehr an den Medikamenten des Pharmazeuten, als an ihm selbst interessiert zu sein. Und rügt sie eine Patientin für ihre Drogenabhängigkeit, empfiehlt Maßnahmen dagegen und man weiß als Zuschauer nicht mehr: wer ist diese Jackie überhaupt? Was geht in ihrem Kopf vor? Ist sie sich ihrer eigenen Probleme bewusst? Ist sie eine Heilige oder ist das alles nur Fassade? Und wenn ja: für wen?

Nach den ersten Folgen kann man sagen, die ungewöhnliche Krankenhausserie, die sich nicht so richtig entscheiden kann, ob sie Drama oder schwarze Komödie sein will, hat definitiv Potential. Potential, der neue Dr. House zu werden, mit einem etwas anderen Zielpublikum im Hinterkopf.
In den USA sind bereits drei komplette Staffeln gelaufen, im deutschsprachigen Raum läuft sie seit Anfang des Jahres in Österreich, für Deutschland gibt es noch keinen Sendeplatz. Wer also nicht warten will, sollte sich einfach die DVD-Box holen, die ist ab dem 30. September im Handel. Oder ihr gewinnt mit etwas Glück auf unserer Facebook-Seite die erste Staffel von Nurse Jackie.

Bewertung: ★★★½☆ 

Verleih: Universum Film GmbH

DVD-Veröffentlichung: 30.09.2011

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About David

Filmbegeistert war ich schon mein Leben lang, damals war es weniger das (teure) Kino, vielmehr wurde das konsumiert, was im TV lief. Erst die wöchentlichen Sneak-Besuche haben mich einerseits zu einem wahren Filmfreak und gleichzeitig zum Filmsammler werden lassen. Da ich immer wieder nach meiner Meinung zu aktuellen Filmen gefragt wurde lag die Idee, das für alle sichtbar in einem Blog zu schreiben, nicht fern. Das war irgendwann 2006, noch im Privatblog. Danach folgte ein kleines Filmblog, bis dann schließlich Deus X Cinema entstand. Außerdem schreibe ich seit 2009 auf Zockwork Orange über meine zweite Leidenschaft, die Videospiele. Fragen zu Lieblingsfilmen beantworte ich nur ungerne, müsste ich welche nennen, würde ich neben den offensichtlichen wie Der Pate, Lord of the Rings und Star Wars noch Matrix, Four Rooms und Watchmen nennen.

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