Outrage ist wieder ein klassischer Kitano, in dem es hauptsächlich um den Kampf von Yakuzas untereinander und gegen die Polizei geht, eines seiner Lieblingsthemen. Der japanische Mafia-Film handelt in erster Linie von Intrigen innerhalb der Yakuza-Familien in der Kanto-Region in Japan. Die kleineren Familien bekämpfen sich untereinander, die Ober-Familie versucht zu schlichten oder spielt die Familien insgeheim gegeneinander aus, alles sehr kompliziert und schon nach kurzer Zeit sehr verwirrend. Verwirrend wirkt das vor allem, weil hier die gesamte Der Pate-Trilogie auf Japanisch in einen Film gepackt wurde. Allerdings habe ich Outrage auch auf Japanisch mit Untertiteln geschaut, schon die Tatsache, dass ich mir von niemandem den Namen merken konnte, sorgte für ausreichend Verwirrung auf meiner Seite.
So schrecklich wichtig ist die Story eigentlich gar nicht, Kitano sagt selbst, er habe sich einen Haufen ausgefallener Tötungsmethoden ausgedacht, um die herum er letztendlich die Story aufgebaut hat, er sagt also quasi selbst, dass die Handlung nebensächlich ist. So aufregend waren die Tötungsszenen dann aber doch nicht. Zusammen mit den wirren Intrigen, bei denen sich alle gegeneinander ausspielen lassen und keiner so recht weiß, wer da jetzt gerade auf wessen Seite ist, ist Outrage ein eher mittelmäßiger Gangsterfilm, mit dem Kitano es nicht so recht gelingt, an vergangene Yakuza/Polizei-Streifen wie Brother oder Hana-Bi heranzukommen. Ein großes Manko ist auch jedes Mal, dass Kitano sich unbedingt selbst in der Hauptrolle sehen muss. Er mag ein guter Regisseur sein, ein besonders guter Schauspieler ist er nicht. Er kann noch so oft seine mimiklose Schauspielkunst als eigenes Stilmittel verteidigen, meiner Meinung nach ist ein nahezu stummer und regungsloser Schauspieler kein guter. Schaue ich asiatische Gangsterfilme, muss ich immer den Vergleich mit John Woo-Filmen und dem charismatischen Chow Yun-Fat in der Hauptrolle denken, Kitano liefert mit Outrage quasi genau das Gegenteil. Wenige, kurze Tötungsszenen ohne viel Action und Hauptdarsteller, die sich gegenseitig in Regungslosigkeit überbieten sollen mögen ein beabsichtigtes Stilmittel sein, können den Zuschauer aber dennoch stören. Und so bleibt Outrage ein eher mittelmäßiger Yakuza-Streifen, der nicht so ganz an die alten Höhen Kitanos heranreichen kann.
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Trailer:
DVD-Start: 26.08.2011
Verleih: Office Kitano, Warner Bros.


Pingback: Alibi September 2011 | Captain Obvious
Die Story habe ich offen gesagt auch nicht wirklich verstanden und wer da jetzt für wen arbeitet. Den Film selber fand ich aber nicht so schlecht. Aber ich muss dir recht geben, dass Kitano ein viel besserer Regiesseur als Schauspieler ist.
Und danke für die Erinnerung, dass ich mir noch die ganzen alten John Woo-Filme mit Chow Yun-Fat anschauen muss.