Featurettes zu True Grit

Auf Youtube gibt’s ein paar schöne Featurettes zu den Kostümen, zur Kamerführung und den Darstellern. Leider auf Deutsch (jaja, ich weiß, ich soll mich nicht immer beschweren. Aber läuft der Film überhaupt auf Deutsch oder nur in OmU?)

Bisschen peinlich aber ich habe dadurch erst erfahren, was “True Grit” bedeutet, habe ich nie drüber nachgedacht.
Alle Featurettes gibt es hier.

Freut ihr euch auch schon so auf True Grit? Ich habe ja manchmal meine Probleme mit den Coens aber auf den hier freue ich mich wirklich schon sehr.

Review: Miller’s Crossing

Titel: Miller’s Crossing
Deutscher Titel: Miller’s Crossing
Genre: Crime
Regie: Joel Coen
Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen
Produzenten: Ethan Coen
Musik: Carter Burwell
Darsteller: Gabriel Byrne, Albert Finney, Marcia Gay Harden, John Turturro, Jon Polito, Steve Buscemi, Sam Raimi, Frances McDormand
Land:USA
Deutschlandstart:1991

Mit den Coens hab ich es ja nicht so. Trotzdem habe ich mich mal zu Miller’s Crossing überreden lassen. Miller’s Crossing könnte man als Gangsterfilm mit Noir-Elementen bezeichnen, aber Coen-Filme lassen sich ungerne in Schubladen stecken. In einer nicht näher benannten Stadt zur Zeit der Prohibition in den USA arbeitet Tom als enger Vertrauter für den irischen Gangsterboss Leo. Der italienische Gangsterboss Caspar bittet Leo um Erlaubnis, den Buchmacher Bernie töten zu dürfen, doch Leos Beziehung zu Bernies Schwester Verna beeinflusst seine Entscheidung. Tom versucht, sowohl Verna als auch Leo zu überzeugen, dass Bernies Tod das beste für alle wäre, doch ohne Erfolg. Nach einer Auseinandersetzung wechselt er die Seiten und heuert bei Caspar an, was dessen rechte Hand, Eddie Dane, überhaupt nicht gerne sieht. Tom soll Bernie umbringen, um seine Loyalität zu beweisen, allerdings hat er noch nie jemanden getötet. Er lässt ihn laufen und versucht, den misstrauischen Dane loszuwerden, indem er Caspar gegen ihn ausspielt.

Der Titel des Films verrät eigentlich schon – wenig subtil – worum es geht. Miller’s Crossing ist nicht nur der Ort, an dem die Gangster ihre Gegner töten, “crossing” bzw. “who crosses who” ist gleichzeitig die Thematik des Films, was durch die häufige Erwähnung schnell jedem klar wird. “I never crossed a friend”, “why don’t we double-cross you?”. Wie von den Coens gewöhnt spielt die Sprache eine wichtige Rolle und viele Worte und Phrasen werden ständig wiederholt, was dem ganzen einen komischen Anstrich gibt. (“What’s the rumpus?”)
Gleichzeitig kommen auch ganze Szenen mehrfach vor, z.B. wenn Tom in das Büro eines der Gangsterbosse geht und der Bürgermeister mit dem Polizeichef da sind oder Bernie, der immer wieder bei Tom einbricht. Es ist also kein richtiger Gangsterfilm, eine Komödie ist es aber auch nicht. Wer die Coens kennt, erwartet aber auch nie einen Film, der in eine Kategorie passt, deshalb ist das schon okay. Wikipedia fasst den Plot schön in einem Satz zusammen: “The plot concerns a power struggle between two rival gangs and how the protagonist (Byrne) plays both sides off each other.” Der Plot ist natürlich bei den Coen-Brüdern eh nebensächlich. Optisch ist Miller’s Crossing wirklich gelungen, die Schauspieler porträtieren ihre leicht abgedrehten Charaktere perfekt und die Dialoge sind teilweise recht bizarr. Ein Muss für jeden Coen-Fan, im Gegensatz zu einem “A Serious Man” aber sogar für die breite Masse halbwegs zugänglich. Wer einen reinrassigen Gangsterfilm sucht, findet aber sicher bessere Alternativen.

6.5/10

Review: Fargo – Blutiger Schnee

Titel: Fargo – Blutiger Schnee
Deutscher Titel: Fargo
Genre: Thriller, Komödie, Crime
Regie: Ethan und Joel Coen
Drehbuch: Ethan und Joel Coen
Produzenten: Ethan und Joel Coen
Musik: Carter Burwell
Darsteller: Frances McDormand, William H. Macy, Steve Buscemi, Harve Presnell, Peter Stormare, Bruce Campbell
Land: USA
Deutschlandstart: 1996

THIS IS A TRUE STORY

Der Autohändler Jerry Lundegaard (William H. Macy) hat finanzielle Probleme. Und einen reichen Schwiegervater, den er aber leider nicht anpumpen kann. Was macht man da klassischerweise? Genau, man lässt die Ehefrau entführen und so seine Schulden vom Schwiegervater bezahlen. Da Jerry dafür selbst zu feige ist, heuert er zwei Gauner an, denen er die Hälfte des angeblichen Lösegelds von $80.000 verspricht; in Wirklichkeit will er 1 Millionen verlangen. Doch schon die Entführung läuft nicht ganz reibungslos und auf dem Weg aus der Stadt werden die beiden von einem Polizisten angehalten, der mit seinem Leben für seine Arbeitsmoral bezahlen muss. Auch ein Zeuge der Tat muss dran glauben und schon bald ist aus der Entführung eine Mordserie geworden, der die schwangere Polizeichefin Marge Gunderson (Frances McDormand) auch sofort auf den Grund geht.

Die Geschichte, die Fargo erzählt, ist wie bei den meisten Coen-Filmen eigentlich nebensächlich und findet ein für Filme dieser Art auch sehr ungewöhnliches und unbefriedigendes Ende. Den Coens geht es in erster Linie darum, interessante und komische Charaktere zu erfinden. Für Nicht-Amerikaner vielleicht unverständlich, haben die Coens die stereotypische Nettigkeit der Einwohner Minnesotas überspitzt und ihren Schauspielern mit Sprachcoaches den Slang eines Klischee-Minnesoteraners beigebracht (wer den Film auf Deutsch guckt ist wie immer selber schuld), wodurch sämtliche Dialoge einfach total absurd klingen. Aber so mögen die Coens es ja am liebsten.

Fargo ist kein richtiger Krimi und auch keine wahre Geschichte, obwohl das im Vorspann behauptet wird. Ich tue mich ja meist schwer mit den Filmen der Coens, mir fehlt oft einfach der Sinn dahinter. Ich weiß nicht, ob ich mittlerweile genug Coen-Filme gesehen habe, um mich an den Stil gewöhnt zu haben, oder ob Fargo wirklich einfach der beste ist, wie viele behaupten. Aber ich habe mich gut unterhalten gefühlt, nicht so wie bei “No Country For Old Men” zum Beispiel. Die sinnfreien Dialoge mit den ständigen Wiederholungen gehen zwar relativ schnell auf die Nerven, witzig ist es aber dennoch. Für mich gehört Fargo mit den zwei darauf folgenden Werken “The Big Lebowski” und “O Brother, Where Art Thou?” zu den besseren Filmen, die ich bis jetzt von den Coens gesehen habe, ein richtiger Coen-Fan werde ich aber wohl nie werden.