Titel: Miller’s Crossing
Deutscher Titel: Miller’s Crossing
Genre: Crime
Regie: Joel Coen
Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen
Produzenten: Ethan Coen
Musik: Carter Burwell
Darsteller: Gabriel Byrne, Albert Finney, Marcia Gay Harden, John Turturro, Jon Polito, Steve Buscemi, Sam Raimi, Frances McDormand
Land:USA
Deutschlandstart:1991

Mit den Coens hab ich es ja nicht so. Trotzdem habe ich mich mal zu Miller’s Crossing überreden lassen. Miller’s Crossing könnte man als Gangsterfilm mit Noir-Elementen bezeichnen, aber Coen-Filme lassen sich ungerne in Schubladen stecken. In einer nicht näher benannten Stadt zur Zeit der Prohibition in den USA arbeitet Tom als enger Vertrauter für den irischen Gangsterboss Leo. Der italienische Gangsterboss Caspar bittet Leo um Erlaubnis, den Buchmacher Bernie töten zu dürfen, doch Leos Beziehung zu Bernies Schwester Verna beeinflusst seine Entscheidung. Tom versucht, sowohl Verna als auch Leo zu überzeugen, dass Bernies Tod das beste für alle wäre, doch ohne Erfolg. Nach einer Auseinandersetzung wechselt er die Seiten und heuert bei Caspar an, was dessen rechte Hand, Eddie Dane, überhaupt nicht gerne sieht. Tom soll Bernie umbringen, um seine Loyalität zu beweisen, allerdings hat er noch nie jemanden getötet. Er lässt ihn laufen und versucht, den misstrauischen Dane loszuwerden, indem er Caspar gegen ihn ausspielt.
Der Titel des Films verrät eigentlich schon – wenig subtil – worum es geht. Miller’s Crossing ist nicht nur der Ort, an dem die Gangster ihre Gegner töten, “crossing” bzw. “who crosses who” ist gleichzeitig die Thematik des Films, was durch die häufige Erwähnung schnell jedem klar wird. “I never crossed a friend”, “why don’t we double-cross you?”. Wie von den Coens gewöhnt spielt die Sprache eine wichtige Rolle und viele Worte und Phrasen werden ständig wiederholt, was dem ganzen einen komischen Anstrich gibt. (“What’s the rumpus?”)
Gleichzeitig kommen auch ganze Szenen mehrfach vor, z.B. wenn Tom in das Büro eines der Gangsterbosse geht und der Bürgermeister mit dem Polizeichef da sind oder Bernie, der immer wieder bei Tom einbricht. Es ist also kein richtiger Gangsterfilm, eine Komödie ist es aber auch nicht. Wer die Coens kennt, erwartet aber auch nie einen Film, der in eine Kategorie passt, deshalb ist das schon okay. Wikipedia fasst den Plot schön in einem Satz zusammen: “The plot concerns a power struggle between two rival gangs and how the protagonist (Byrne) plays both sides off each other.” Der Plot ist natürlich bei den Coen-Brüdern eh nebensächlich. Optisch ist Miller’s Crossing wirklich gelungen, die Schauspieler porträtieren ihre leicht abgedrehten Charaktere perfekt und die Dialoge sind teilweise recht bizarr. Ein Muss für jeden Coen-Fan, im Gegensatz zu einem “A Serious Man” aber sogar für die breite Masse halbwegs zugänglich. Wer einen reinrassigen Gangsterfilm sucht, findet aber sicher bessere Alternativen.
6.5/10