Review: The Adjustment Bureau/Der Plan

Titel: The Adjustment Bureau
Deutscher Titel: Der Plan
Genre: Sci-Fi, Thriller, Romance
Regie: George Nolfi
Drehbuch: George Nolfi, Philip K. Dick (Kurzgeschichte)
Darsteller: Matt Damon, Emily Blunt, Anthony Mackie, John Slattery, Michael Kelly, Terence Stamp
Verleih: Universal Pictures
Land: USA
Deutschlandstart: 10.03.2011. Ab 21.07.2011 auf DVD/Blu-Ray

The Adjustment Bureau ist die Verfilmung einer Philip K. Dick (Blade Runner, Total Recall, A Scanner Darkly, Minority Report) Shortstory, mit anderen Filmen, die auf Dicks Geschichten beruhen, aber kaum vergleichbar. The Adjustment Bureau (auf Deutsch “Der Plan”) ist keine düstere Dystopie, sondern spielt vielmehr in der uns bekannten Gegenwart. Der Plot ist eher spirituell angehaucht, wobei man spirituelle Elemente ja auch in den Sci-Fi-lastigen Geschichten von Dick findet.

David Norris (Matt Damon) ist Kongressabgeordneter in New York kurz vor der Senatswahl, bei der er gerne zum jüngsten Senator gewählt werden möchte. Das klappt nicht so wie gewollt, hat aber dennoch etwas positives für Norris. Denn während er auf Toilette seine Verlierer-Rede übt, trifft er auf Elise (Emily Blunt), die sich dort vor den Sicherheitsleuten versteckt, da sie im gleichen Gebäude eine Hochzeit gecrashed hat. Inspiriert von dieser Begegnung hält Norris eine improvisierte Rede, die durch ihre tiefe Ehrlichkeit überzeugt und den gescheiterten Senats-Anwärter zum Publikumsliebling macht, die Chancen für die nächsten Wahlen stehen also nicht schlecht.

Ein Jahr später trifft David zufällig erneut auf Elise, was Adjustment Bureau-Mitarbeiter Harry (Anthony Mackie) im Auftrag seines Bosses Richardson (John Slattery) verhindern sollte. David erfährt, dass es einen Plan für sein Leben gibt und das Adjustment Bureau soll dafür sorgen, dass dieser eingehalten wird. Und Elise erneut zu treffen war nicht Teil dieses Plans; er dürfe sie niemals wiedersehen, wenn er nicht ihren Traum, eine erfolgreiche Tänzerin zu werden und gleichermaßen seinen Traum, Senator oder irgendwann sogar Präsident zu werden. David hat kaum eine Wahl, den Wünschen der mysteriösen Männer mit Hut zu entsprechen, die jeden seiner Schritte vorhersehen können, schließlich hat er von Elise nur einen Vornamen und keine Nummer, sie erneut zu treffen scheint unwahrscheinlich. Doch als David nach Jahren Elise zufällig über den Weg läuft, wächst in ihm der Wunsch, sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen und gegen die unbekannten Männer anzukämpfen.

Nicht überall, wo Sci-Fi dransteht, ist auch Sci-Fi drin. The Adjustment Bureau/Der Plan könnte kaum weiter von einem Sci-Fi-Thriller entfernt sein, einzig die Fähigkeit der Mitarbeiter des Bureaus, durch jede beliebige Türe eine andere zu erreichen, erinnert an eine gewisse Szene aus Matrix. Ansonsten ist The Adjustment Bureau in erster Linie eine Romanze über zwei Personen, die trotz aller Widrigkeiten zusammen sein wollen. Die Widrigkeiten bestehen hier aus einer mysteriösen Gruppe, die für alle Menschen einen Plan haben, den es einzuhalten gilt. Wieso und warum ist dabei erstmal nebensächlich, gewisse religiöse Erklärungen lassen einen wünschen, die Gründe wären komplett unerklärt geblieben. So wäre das Ganze geheimnisvoller gewesen und der Zuschauer hätte sich seinen eigenen Reim machen müssen. Wäre “Der Plan” in meinem Philip K. Dick Kurzgeschichten-Band enthalten, würde ich jetzt fix nachlesen, wie das dort umgesetzt wurde. Bei Verfilmungen von Kurzgeschichten ist die Divergenz zwischen Vorlage und Film ja oft recht groß. (Die Kurzgeschichte “The Adjustment Team” ist Public Domain und kann folglich ganz legal aus dem Internet bezogen werden. Nach kurzem Überfliegen und Lesen der Zusammenfassung, kann ich nur extrem wenige Überschneidungen zwischen Kurzgeschichte und Film finden, einen detaillierten Vergleich kann ich natürlich nur ziehen, wenn ich die Geschichte komplett gelesen habe.)

Die Quasi-Omnipotenz der Bureau-Mitarbeiter kommt meines Erachtens auch viel zu kurz, stattdessen konzentriert sich der Film zu sehr auf den Romanzen-Part und selbst der ist noch nicht mal frei von Logik-Lücken. Die Story funktioniert nur, weil David Elise jahrelang nicht finden kann. Da sie aber ähnlich empfindet wie er, warum nimmt sie nicht einfach mal den gleichen Bus nochmal, mit dem er jeden Morgen zur Arbeit fährt? Er hat von ihr keinen Nachnamen, ist aber selbst täglich in der Zeitung, hält Reden, etc. Der Plan ist, dass die beiden sich nicht treffen dürfen, andererseits wird er von wildfremden Menschen auf der Straße gegrüßt, weil man sein Gesicht aus den Zeitungen und dem Fernsehen kennt.
Allgemein ist die Story nicht ganz zu Ende gedacht und an vielen Stellen recht schwammig, Vergleiche mit einem großartigen Werk wie Blade Runner kann man The Adjustment Bureau unmöglich vergleichen, vielmehr handelt es sich um eine Romanze mit ein paar übersinnlichen Elementen und einer handvoll Sci-Fi-Andeutungen. Das macht den Film nicht schlecht, ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt, die Optik ist toll, die Musik (Thomas Newman, Richard Ashcroft) ebenso, man darf nur keinen typischen Philip K. Dick-Film erwarten.

7/10