Rian Johnson’s Looper Teaser

Optisch beeindruckend erzählt Looper eine Geschichte, wie wir sie gefühlt schon 1000 Mal gehört haben. Protagonist ist Mitglied einer Organisation, die Jagd auf bestimmte Personen macht und wird im Laufe des Films selbst zum Gejagten und der alte Arbeitgeber wird zum Feind. Minority Report, anyone? Repo Men, anyone?

Egal, Looper sieht gut aus und es hat Zeitreisen und Joseph Gordon-Levitt in it. Der spielt den Killer Joe, der im Jahr 2042, in einer Zeit vor Erfindung der Zeitreise lebt. 30 Jahre später gibt es Zeitreisen, allerdings sind sie illegal. Das kümmert Gangster bekanntlich wenig und deshalb nutzen sie die Zeitreisen als eine – zugegeben sehr umständliche – Tötungsmethode. Personen werden 30 Jahre in die Vergangenheit geschickt, wo Joe auf sie wartet und den Abzug drückt. Man darf gespannt sein, ob es dafür im Film irgendeine annähernd sinnvolle Erklärung gibt, oder ob Drehbuchautor Rian Johnson (Brick, ebenfalls mit Gordon-Levitt) so von seiner Idee begeistert war, eine Person sich selbst töten zu lassen, dass ihm alles andere egal war. Im September wissen wir mehr.

Neben Joseph Gordon-Levitt springen noch Bruce Willis (als der 30 Jahre ältere Joe), Emily Blunt (The Adjustment Bureau), Jeff Daniels und Piper Perabo durch die Zeit.

News: Seth Rogen nicht im neuen Apatow, bestätigt Jay and Seth vs. the Apocalypse Drehbeginn

Bei der Unzahl an Filmen, bei denen Judd Apatow als Produzent agiert oder sonstwie seinen kreativen Stempel aufdrückt, vergisst man ja fast, dass er als Regisseur bisher nur drei Filme vorzuweisen hat. Die sind jedoch alle sehr gut und gerade sein letzter Film, Funny People (einer von zwei guten Adam Sandler-Filmen), hat meiner Meinung nach trotz aller offensichtlichen Fehler bewiesen, dass Apatow wenn er selbst schreibt und Regie führt doch in einer anderen Liga spielt als die meisten seiner Schützlinge – mit Ausnahme von Seth Rogen, von dem ich noch Großes erwarte.

Genau der hat jetzt leider in einem Interview verkündet, dass er nicht in Apatows vierter Regiearbeit, einem Spin-Off über Paul Rudds und Leslie Manns Charaktere aus Beim ersten Mal, das This Is Forty heißen könnte, mitspielen wird. Dabei sind dafür unter anderem Jason Segel, Albert Brooks und Megan Fox, starten soll der Film am 1. Juni 2012.

Was Seth Rogen außerdem ankündigte, könnte fast noch interessanter sein als Apatows nächstes Projekt: Anfang 2012 will er gemeinsam mit Writing Partner Evan Goldberg endlich sein lang angekündigtes Projekt Jay and Seth vs. the Apocalypse umsetzen (der Titel ist im Grunde die Story, “Jay” meint hier nicht etwas Silent Bobs Hetero-Lebenspartner sondern Jay Baruchel). Rogen und Goldberg werden hier erstmalig auch Regie führen (talk about “Großes erwarten”).

Als nächstes dürfen wir Seth Rogen aber erstmal an der Seite von Joseph Gordon-Levitt in 50/50 (vorher Live With It, vorher I’m With Cancer) sehen, der noch keinen deutschen Start hat, aber sicher extrem super wird – legt zumindest der Trailer nahe. Den hab ich mal unten mit eingebunden, außerdem den 2007er “Trailer” (damals gab es nicht wirklich Pläne zum eigentlichen Dreh) zu Jay and Seth vs. the Apocalypse unter der Regie von Jason Stone.

(via /Film)

Trailer: Hesher

T.J. (Devin Brochu) und sein Vater (Rainn Wilson) leben nach dem Tod der Mutter bei T.J.s Großmutter. Dort lebt auch der ständig nackt rumlaufende und für Ärger sorgende Hesher (Joseph Gordon-Levitt), der teilweise Vaterfigur für T.J. ist, ihm das Leben aber gleichzeitig auch zur Hölle macht. Nur Nicole (Natalie Portman, die dieses Jahr in jedem zweiten Film zu sehen ist) steht dem Jungen zur Seite.

via

Review: Brick

Titel: Brick
Deutscher Titel: Brick
Genre: Drama, Neo-Noir
Regie: Rian Johnson
Drehbuch: Rian Johnson
Produzenten: Ram Bergman, Mark G. Mathis
Musik: Nathan Johnson
Darsteller: Joseph Gordon-Levitt, Emilie de Ravin, Nora Zehetner, Matt O’Leary, Noah Fleiss, Brian J. White, Meagan Good, Noah Segan, Lukas Haas, Richard Roundtree
Land: USA
Deutschlandstart: 21.09.2006

Brendan (Joseph Gordon-Levitt) hat nicht mehr viel mit Emily (Emilie de Ravin), doch als sie immer mehr mit den falschen Leuten in der Highschool rumhängt, Drogen nimmt und ihn schließlich um Hilfe bietet, nur um ihn kurz darauf wieder von sich zu weisen, muss Brendan eingreifen. Kurz darauf ist Emily tot und Brendan muss sich Zugang ins Drogenmilieu der Stadt verschaffen, um der Sache auf den Grund zu gehen. Irgendwie steckt der Pin dahinter, das Mastermind der Drogenszene der kalifornischen Kleinstadt, doch an den kommt man nicht so leicht ran. Zusammen mit der intellektuellen Hilfe seines ebenso einzelgängerischen Freundes (ist das ein Widerspruch?) The Brain und dem “Brick” als einzigen Anhaltspunkt macht Brendan sich auf, das Geheimnis um den Tod Emilys und generell den Geschehnissen in der Drogenszene zu lüften.

Brick ist vor allem deshalb ein außergewöhnlicher Film, weil alle der Beteiligten Jugendliche sind. Pin, der Drogenboss der Stadt, der Leute im Kofferraum mit verbundenen Augen in sein Versteck bringen lässt, sitzt man plötzlich im Verhör bei einem Glas Saft gegenüber, das die Mutter einem eingeschenkt hat. Denn wie alle in dem Film wohnt auch der Obermacker der Drogenszene noch zu Hause, in dem Fall bei seiner Mutter im Keller. Das gibt der ganzen Geschichte etwas absurdes, auch wenn es um Drogen, Mord und brutale Schlägereien geht.

Brick ist stark beeinflusst von hardboiled detective stories, insbesondere diese von Dashiell Hammett. Die Story eines klassischen film noir verlegt Johnson in eine Highschool der Gegenwart, behält aber trotzdem viele der typischen Figuren und Stilmittel bei. Ohne großes Budget, in nicht mal 3 Wochen und quasi in Zwei-Mann-Arbeit (Regie und Drehbuch von Rian, sein Bruder hat die Musik gemacht, Schnitt auch wieder Rian am heimischen Mac), hat Johnson mit Brick ein kleines Meisterwerk hingelegt, das allerdings nicht viel Beachtung gefunden hat (auch wenn es das Budget mehrfach wieder eingespielt hat). Kritiker loben Brick, der breiten Masse ist der Film nach meinem Wissensstand eher unbekannt und verkauft sich im DVD-Geschäft vermutlich hauptsächlich durch das Bild von Joseph Gordon-Levitt auf der Hülle (und vielleicht durch die Erwähnung von LOST-Vorzeige-Schwangeren Emilie de Ravin). Johnson hat seit dem erst einen weiteren Film gemacht (Brothers Bloom, ein zweiter ist in Planung), der große Durchbruch war Brick auch für ihn vermutlich nicht. Schade, Brick hätte es verdient, bekannter zu sein. Wer ihn nicht gesehen hat: unbedingt nachholen!

Review: Inception

Titel: Inception
Deutscher Titel: Inception
Genre: Action, Thriller, Sci-Fi
Regie: Christopher Nolan
Drehbuch: Christopher Nolan
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Joseph Gordon-Levitt, Ellen Page, Michael Caine, Ken Watanabe, Cillian Murphy, Tom Hardy, Tom Berenger, Marion Cotillard
Deutschlandstart: 29.07.2010

Bei IMDb-Usern ist Inception immer noch auf Platz 3, mit mittlerweile sogar recht vielen Stimmen. Ich hab den gestern auch endlich gesehen (OmU mit deutschen Untertiteln. Gibt es was schlimmeres? Also außer deutsche Synchro?) und muss sagen: gut ist er natürlich. Aber Top 3? Never. Nicht mal in meiner Top 3 aller Nolan-Filme.

Cobb (Leonardo DiCaprio) bricht mit seinem Team in Träume ein, um den Leuten Geheimnisse zu entlocken. Wie das funktioniert, wird im ganzen Film nicht erklärt, ist vermutlich auch nicht so wichtig. Inception springt direkt mitten in die Handlung, das Team versucht eine Extraction (also das Extrahieren eines Geheimnisses) aus dem Kopf von Saito, einem mächtigen Industriemagnaten. Denkt man darüber nach, was später im Film über Träume gesagt werden, muss man sich fragen, warum der Film so anfängt. Seit Prestige achte ich etwas genauer (look closely!) auf den Aufbau des Films, aber dazu kann ich hier nicht mehr verraten, ohne zu spoilern.

Cobb kann nicht in die USA zu seinen Kindern zurück, ein letzter Job für Saito (die Extraction war nur ein Test) soll ihm die Rückkehr ermöglichen. Doch dazu braucht er ein neues Team, nur sein Point Man Arthur (Joseph Gordon-Levitt) bleibt im Team. Vor allem ein guter Traumarchitekt muss her. In der Vorlesung seines Vaters (Michael Caine), von dem Cobb all sein Wissen über Extraction hat, findet er einen Ersatz, die junge Ariadne (Ellen Page) ist eine bessere Architektin als Cobb es je war und kann ganz hervorragend Labyrinthe bauen.
Ariadne… Labyrinthe… da war doch was… egal, hab gerade irgendwie den Faden verloren, wo waren wir?
Ach ja, das restliche Team. Da hätten wir noch den Forger Eames (mal wieder großartig: Tom Hardy), den Chemist Yusuf (Dileep Rao) und den Tourist, Saito (auch wie immer großartig: Ken Watanabe) selbst. Zusammen brechen sie in Fischers (The Mark, gespielt von Cillian Murphy) Träume ein, um in ihm eine Idee zu pflanzen. Inception eben, was als unmöglich gilt. Dazu dringen sie tiefer in sein Unterbewusstsein ein, als sie es je zuvor gemacht haben. Blöd nur, dass man hier nicht mehr einfach aufwacht, wenn man stirbt. Und dass überall, wo Cobb ist, auch The Shade (Marion Cotillard), die Projektion seiner toten Frau nicht weit ist, macht die ganze Aktion nicht unbedingt ungefährlicher. Zusammen dringen sie in den Traum im Traum im Traum vor, um in Fischer die Idee zu pflanzen, das von seinem kürzlich verstorbenen Vater geerbte Energie-Imperium nicht zu übernehmen und auszuweiten.

Man wirft mir ja oft vor, nicht glücklich zu sein, wenn ich nicht meckern könne, besonders bei Sachen, die von allen anderen total gehypt werden. Aber ich behaupte ja gar nicht, dass Inception ein schlechter Film sei. Inception ist aber auch nicht der beste Film aller Zeiten. Zahlreiche Twitterer und Blogger schreiben “bester Film, den ich je/in den letzten 10 Jahren gesehen habe” oder so und das kann ich nicht nachvollziehen. Wenn ich mir bei moviepilot meine Top 10 aller Filme, die ich je gesehen habe, ansehe: die wird sich nach Inception nicht verändern. Was mich ganz besonders gestört hat, war der Realismus. Die befinden sich in Träumen und alles war so verdammt normal. Klar, wurde erklärt, wenn es nicht realistisch ist, merkt das Ziel, dass irgendetwas nicht stimmt. Ich hätte mir trotzdem ein bisschen mehr Matrix-Style gewünscht, in einem Traum muss doch mehr möglich sein, als in der echten Welt, das war mir einfach zu wenig. An Hans Zimmers Soundtrack kann man natürlich wie immer nichts aussetzen, an den schauspielerischen Leistungen eigentlich auch nicht, selbst DiCaprio war… naja, er war halt DiCaprio.
Für mich landet Inception definitiv hinter Prestige und hinter Batman Begins, ein bisschen vor Memento vielleicht noch.

8,5/10