Game of Boobs

Game of Thrones soll die Fantasy-Serie schlechthin sein. Wochenlang wurden wir gehyped und HBOs Game of Thrones sollte halten, was Legend of the Seeker damals versprach.

Vom Titel erwartet man eine Serie, in der es um ein paar konkurrierende Gruppen um einen Thron geht. Game of Thrones fängt aber erstmal mit einer Grusel-Szene an, mit untoten Kindern, Leichenteilen, Gedärmen und abgeschlagenen Köpfen. Laut Wikipedia geht es um den Iron Throne und sieben Familien/Gruppen, die ihren Anspruch darauf geltend machen möchten. Der aktuelle König fühlt sich bedroht und holt seinen einzigen loyalen Freund Tony Eddard Stark (Sean Bean, aus Herr der Ringe, Die Insel und ein paar Dutzend BBC-Streifen bekannt) an seine Seite, auch wenn der dafür seinen geliebten Norden verlassen muss, dem gerade eine Bedrohung bevorsteht, die seit tausenden Jahren nicht mehr gesehen wurde (eben diese untoten Dinger oder was das ist).
Der König nimmt es mit seiner Ehe nicht so genau, weshalb es ihn auch sicher nicht stört, dass seine Frau (Lena Headey aus 300 oder Terminator: The Sarah Connor Chronicles) mit ihrem Zwilllingsbruder rumvögelt. Ein Smiley mit aufgerissenen Augen ist hier angebracht: o_O
(Der andere Bruder ist der Quoten-Kleinwüchsige Peter Dinklage, den braucht einfach jede Fantasy-Serie)

Alle anderen Parteien hat man dann wohl noch nicht gesehen, gezeigt wurden nur noch die Geschwister Targaryen, die scheinbar auch Anspruch auf den Thron haben. Viserys (Harry Lloyd, bekannt aus der Family of Blood von Doctor Who) will seine Schwester Daenerys (Emilia Clarke) – beide mit schlechten blonden Perücken und komisch gefärbten Augenbrauen – mit dem Anführer der kriegerischen Dothraki (Jason Momoa aus Stargate: Atlantis) verheiraten, damit diese ihm den Thron zurückholen.

I would let his whole tribe fuck you – all 40,000 men and their horses too – if that’s what it took.

Was wie ein typischer Kampf mit Schwertern gegen eine mysteriöse Bedrohung anfing, entwickelte sich zu einem komplizierten Thronfolge-Drama. Die nächsten Folgen werden vermutlich die anderen Parteien einführen. Und dabei keine Gelegenheit auslassen, um Sex, Vergewaltigungen, Inzest und jede Menge Brüste zu zeigen. HBO kann es sich erlauben, aber muss das denn auch sein? Game of Thrones hat so viel Sex, dass man meinen könnte, die wollten von der Story oder den tristen Kulissen ablenken.
Ach und die Perücken… warum haben Fantasy-Serien immer so schlechte Perücken? Und warum ist Boromir immer Boromir? Er sieht exakt so aus und spielt exakt so.

Also: keine herbe Enttäuschung aber auch nicht die Offenbarung, als die es angepriesen wurde. Ein paar Folgen werden ich mir anschauen und dann entscheiden, ob Game of Thrones eine weitere Fantasy-Totgeburt ist, die wie alle Fantasy-Serien höchstens gut aussehen kann und sonst nichts zu bieten hat.