News: TV-Spin-Offs zu Zombieland und The Kids Are All Right?

Serie ist das neue Sequel. Nachdem kürzlich bereits erste Spekulationen über ein Attack The Block-Serien-Spin-Off bekannt wurden, gibt es jetzt zu Zombieland noch deutlich konkretere Überlegungen. Demnach soll der Sender FOX gemeinsam mit Sony an der Serie arbeiten, auch die Drehbuch-Autoren des Films (Paul Whernick und Rhett Reese) sind an Bord. Wenn man mich fragt: Kann durchaus was werden – nicht nur, weil Zombieland urspünglich als Serie geplant war. Die Charaktere des Films könnten durchaus auch eine Serie tragen – wenn sie denn überhaupt Teil der Serie wären, denn dass die Darsteller des Films dabei sind darf bezweifelt werden. (via moviepilot)

Ebenfalls für eine Serien-Adaption im Gespräch ist die Indie-Dramedy The Kids Are Allright. Angeblich soll HBO ein Spin-Off planen. Das Skript für den Piloten soll Lisa Cholodenko, Regisseurin und Autorin des Films schreiben – dennoch bin ich skeptisch, denn The Kids Are Allright wirkte doch sehr in sich geschlossen für mich, ich brauch da keine Fortsetzung (außerdem war schon der Film im Grunde nur ganz nett und recht schnell vergessen).

(via Deadline)

Lazy Sunday #1 – Interessantes zu Film und TV im Netz

Sonntags geht (außer, bei euch normalen Menschen mit sozialen Kontakten, Ausnüchtern) meist wenig – auch im Internet herrscht (außer auf Twitter, wenn Schwiegertochter gesucht läuft) meist Flaute. Wir nehmen uns da nicht aus und liegen sonntags ebenso gern auf der faulen Haut – möchten der allgemeinen Langeweile aber dennoch etwas entgegenwirken, indem wir von jetzt an jeden Sonntag einige interessante Artikel zum Thema Film und Serie, die anderswo erschienen sind (eigene Reviews auf anderen Seiten genauso wie interessante Texte von anderen Autoren), für euch zusammentragen. Heute sind das diese hier:

This timeline — the Jeff-less timeline — is the only one where nothing bad happens. He was the one responsible for introducing that element of chaos, just as he does in every episode. The group relies on him to anchor them as their leader, but he’s actually the one who forces them to remain in a state of unending dysfunctionality.

Adam Quigley analysiert auf /Film die brillante vierte Episode (Remedial Chaos Theory) der dritten Staffel von Community.

The differences between Steven Moffat’s DOCTOR WHO and Russell T. Davies DOCTOR WHO become more glaring with every episode that airs, and after the finale THE WEDDING Of RIVER SONG I feel that the shows have become so different as to be unrecognizable from one another. In fact, I’d wager if you had someone unaccustomed sit down and watch Series 2 and chase it with Series 6 they’d tell you that it was two different shows.

Eigentlich wollte ich selbst einen Artikel zu dem Thema schreiben, aber ich befürchte, dass ich dazu nicht in absehbarer Zeit kommen werde. Diese Gegenüberstellung von Steven Moffats und Russel T. Davies’ Doctor Who trifft meine Probleme mit der aktuellen Richtung der Show aber schon ziemlich gut.

[I]nstead of looking to comics for working examples of strong serialized superhero stories, TV has looked to the movies. And with that focus comes an over-reliance on origin stories, and an underappreciation for thematic development, which turns would-be X-Men into Howard The Duck. And the consistent failure of televised superhero shows means that even though superheroes are currently in a boom popularity period, they don’t have a live-action show on a network this season.

Rowan Kaiser fragt beim AV Club, warum Superhelden-Serien immer wieder scheitern.

What I love about him is this character is so unlike me in every way. I mean his manners are coarse and the way he treats women and he’s racist and bigoted against homosexuals and you know everything that I’m not. Is Fletch that way? No. Is Clark Griswold that way? No. So what do you expect when you see Chevy Chase? You don’t expect that, you’ve got Pierce.

Nochmal Community: Chevy Chase hat AICN ein lesenswertes Interview gegeben.

Vampire sehen wir in Filmen und Serien ja derzeit vor allem in – wenn auch gelegentlich ambivalenten – Heldenrollen. Craig Gillespies FRIGHT NIGHT ist daher allein deshalb erfrischend, weil die Vampire im Film vor allem eins sind: Klassische Monster. Wie so viele Filme zur Zeit ist auch FRIGHT NIGHT ein Remake (natürlich in 3D) – aber eines, das dem eher schlecht gealterten 1985er-Original trotz einiger Schwächen klar überlegen ist.

Zum Schluss noch in eigener Sache: Mein Review zum letzten Donnerstag gestarteten Fright Night ist kürzlich beim Manifest erschienen – für Horror- und Buffy-Fans ist der Film in jedem Fall einen Blick wert.

Thema: Louie – deprimierend, authentisch, komisch

Louie ist eine Serie, die eigentlich nicht existieren dürfte – schon gar nicht in ihrer zweiten Staffel. Comedian Louis C.K. akzeptierte das Angebot des Senders FX, einen Piloten zu produzieren – mit nur 200.000$, die sowohl sein Budget als auch sein Honorar bildeten. Louis erhielt dafür volle kreative Kontrolle und ist bis heute der einzige Autor und Regisseur und meist auch Cutter der Serie. Das Ergebnis ist oft näher an Indie-Filmemachen als an einer „normalen“ Serie.

Louis C.K. spielt eine fiktionalisierte Version seiner selbst. Er tritt in Comedy-Clubs auf, versucht, nach seiner Scheidung Frauen kennenzulernen und kümmert sich um seine beiden Töchter. Dabei hat die Serie allerdings keine fortlaufende Handlung – jede Folge hat ihre eigene Continuity (da kann auch schonmal dieselbe Schauspielerin Louies Date in einer und seine Mutter in einer anderen Folge spielen), ihre eigene, in sich geschlossene Handlung und ihr eigenes Thema, manche erzählen auch mehrere kleine Geschichten. Unterbrochen werden die Folgen immer wieder von Auszügen aus Louies Standup, die oft mit der Handlung zu tun haben, es aber nicht müssen.

War Seinfeld (dessen Mit-Erfinder Larry David mit Curb Your Enthusiasm eine mit Louie, zumindest Season 1, teils vergleichbare, aber in Qualität und emotionaler wie kreativer Bandbreite nicht annähernd heranreichende Serie kreiert hat) eine „show about nothing“, ist Louie eine „show about everything“. Mal erzählt CK kleine, alltägliche Geschichten über Dates oder Kindererziehung, über seine vergeblichen Versuche, zu seiner 13jährigen Nichte durchzudringen oder bei seiner Freundin Pam (Pamela Adlon, auch „Consulting Producer“ der Serie) zu landen, mal beschäftigt er sich mit seinem Leben als Comedian, gescheiterten Pilotsendungen und Auftritten in Spielcasinos und durchsetzt seine Plots stets mit bizarren, absurden bis surrealen Momenten wie dem, in dem mysteriöse Anzugträger vor seinem Fenster einen Obdachlosen entführen.

Wieviel von Louie wirklich aus CKs Leben gespeist wird und wieviel rein fiktiv ist, ist undurchsichtig – und komplett irrelevant, denn die Serie wirkt authentischer, ehrlicher und wahrer als jede andere im TV und – wahrscheinlich – als es jede Dokumentation über CK sein könnte. Wie Chuck Klosterman über eine Konfrontation von CKs Onscreen-Charakter und Comedian Dane Cook (den CK tatsächlich, wahrscheinlich zurecht, beschuldigt, Witze von ihm gestohlen zu haben) schreibt:

It’s realer than any reality show, more emotionally complicated than most 300-page memoirs, yet still awkward and severe and (somehow) easy to watch. I want to know everything about this scene — I want to know if this conversation truly happened, I want to know Cook’s views on his involvement, and I want to know C.K.’s deeper intent. And I can tell I’m not the only one who feels this way.

Später fährt Klosterman fort:

The level of insight and weirdness C.K. is jamming into these shows is flat-out unimpeachable, and I somehow get the sense that his entire audience is having the same experience as me. It’s a shared recognition of perfection, happening in the present tense. And this is not a situation like 2003, when everyone just sort of temporarily agreed that “Hey Ya!” was a terrific single; this is different. This is someone working on the most radical edge of mainstream culture and succeeding brilliantly without ever doing the same thing twice.

Tatsächlich traut sich Louie fast jede Woche ein kleines Bisschen mehr, ignoriert jegliche Erzählkonventionen und überrascht immer wieder mit neuen Ideen und Settings; so spielt eine einstündige Episode der zweiten Staffel in Afghanistan, wo Louie auftritt, um die Truppen zu unterhalten – eine Idee, die allein schon gewagt und ungewöhnlich genug ist und sich durch das berührende (und gleichermaßen absurde) Ende auch der letzten Erwartungshaltung widersetzt.

Dass Louie auch visuell Maßstäbe setzt, einerseits (oft gerade in potentiell eher abstoßenden Momenten) wunderschön fotografiert ist, andererseits aber stets einen „Do It Yourself“-Look aufrecht erhält, ist da nur das Sahnehäubchen. Die Show ist voll von solchen Widersprüchen und wahrscheinlich gerade deshalb so brillant: Louie ist of eher deprimierend als komisch und dennoch ohne Zweifel eine Comedy-Serie, ist surreal, manchmal over-the-top, aber äußerst realistisch und ehrlich, ist künstlerisch anspruchsvoll und sehr gut geschrieben und wirkt doch rau und spontan (und ist extrem smart und manchmal fordernd, aber dennoch erfolgreich). Das alles macht Louie sicher zum besten Serienneustart der letzten paar Jahre – wenn es der Serie nicht sogar einen Platz sichert neben Serien wie Buffy, Spaced oder Russell T. Davies’ Doctor Who, die bewiesen haben, dass das Medium Fernsehen Kunst sein kann und dessen Möglichkeiten und Standards teils nicht nur ausgereizt, sondern entscheidend weiterentwickelt haben.

News: Trailer zu Glee & Community

Zu den neuen Staffeln von Glee und Community wurden neue Trailer veröffentlicht. Ersterer zeigt jetzt nichts bahnbrechendes (obwohl die neue Staffel allein wegen dem engagierten Writing Staff interessant werden dürfte), letzterer sieht dank John Goodman und einer Musical-Nummer extrem vielversprechend aus. Ich freu mich auf beides. (/Film hat außerdem noch einen Trailer zur neuen Parks & Recreation-Staffel).